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In diesem Audioguide hörst du Spannendes zur Geschichte des Kunsthaus Alte Mühle in Schmallenberg, zur Architektur und zu den Bewohner:Innen und Nutzer:Innen.
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Erfahre die Geschichte hinter diesem Ort
Audioguide Kunsthaus Alte Mühle Schmallenberg
Kunsthaus Alte Mühle
Vom Wasserrad zur Kunstgalerie
Die ehemalige „Niedere Mühle“, auch bekannt als Klostermühle, ist ein beeindruckendes Beispiel für den Wandel eines historischen Gebäudes. Urkundlich nachweisbar seit dem 14. Jahrhundert, diente die Mühle einst als Getreide- und Ölmühle des Klosters Grafschaft. Heute ist sie ein lebendiges Kunsthaus, in dem wechselnde Ausstellungen nationaler und internationaler Künstler stattfinden. Das Kunsthaus Alte Mühle hat sich damit einen festen Platz im kulturellen Leben der Region Schmallenberg gesichert.
Schmallenberg war einst bekannt für seine Mühlenlandschaft entlang der Lenne. Vier Mühlen prägten die Region: die Drühen Mühle, die Heuten Mühle, die Göddecken Mühle und die Röbbers Mühle, die auch als „Niedere Mühle“ oder „Klostermühle“ bekannt ist. Diese Mühlen wurden über Jahrhunderte von einem ausgeklügelten System von Mühlengräben mit Wasser versorgt, das über eine Wehr die Wassermassen der Lenne regulierte. Hochwasser im Jahr 1961 zerstörte jedoch die Wehre und beendete die jahrhundertelange Nutzung dieser Mühlen.
Die Geschichte der Niederen Mühle reicht bis ins Jahr 1300 zurück, als sie erstmals unter dem Besitz des Klosters Grafschaft errichtet wurde. Sie war eine der wichtigsten Getreide- und Ölmühlen der Region und wurde zeitweise an Bürger aus Schmallenberg verpachtet. 1783 wurde die Mühle bei einem Brand zerstört, jedoch bis 1830 wieder aufgebaut. Im 20. Jahrhundert erwarb die Familie Richter die Mühle, die bis in die 1960er Jahre als Lohndrescherei und Getreidemühle genutzt wurde. 1973 kaufte der Maler Hermann Falke das Gebäude und verwandelte es in eine Arbeits- und Wohnstätte, bevor es ab 2001 als Kunsthaus Alte Mühle zu neuem Leben erwachte. Seitdem werden hier Ausstellungen und Kunstprojekte organisiert, die das historische Erbe des Gebäudes mit moderner Kunst verbinden.
Das Kunsthaus Alte Mühle ist ein zweigeschossiger Bruchsteinbau mit einem Drempelgeschoss aus Fachwerk. Das Gebäude steht auf den Grundmauern der ehemaligen Mühle aus dem 15. Jahrhundert. Charakteristisch für den Baustil sind die Rundbogenöffnungen und die backsteingerahmten Wandöffnungen, die auf die industrielle Vergangenheit des Gebäudes hinweisen. Die Ladeluken und die besondere Anordnung der Fenster verdeutlichen den früheren Mühlenbetrieb. Die Mühle wurde in den 1970er Jahren unter Hermann Falke liebevoll restauriert und an den ursprünglichen Zustand angepasst, um sowohl als Wohnhaus als auch als Atelier genutzt zu werden.
Von 1974 bis 1986 war die Mühle der Wohn- und Arbeitsort des Malers Hermann Falke, der das Gebäude zu einem Künstlerdomizil machte. Nach seinem Tod lebte sein Sohn Paul Falke bis 1993 in der Mühle, bevor sie in Privatbesitz überging. Seit 2001 dient die Alte Mühle als Kunsthaus und wird vom Freundeskreis kunsthaus alte mühle e.V. betreut. Der Verein organisiert regelmäßige Ausstellungen, Lesungen und Workshops. Auch die 2011 gegründete Jugendkunstschule ist in die Nutzung integriert und fördert die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen.
Vertelleken
Aus dem Nähkästchen geplaudert...
Eine interessante Anekdote aus der langen Geschichte der Mühle findet sich in einem Vertrag von 1323: Damals wurde die Mühle vom Kloster Grafschaft den Schmallenberger Bürgern zur Pacht überlassen. Als Teil der Vereinbarung mussten die Pächter dem Kloster regelmäßig Korn und Öl liefern. Kurioserweise ging von den 8 Maltern Korn ein halber Malter an die Pförtner der Stadttore, damit die Mönche des Klosters auch nachts noch Einlass in die Stadt erhielten. Diese kleine Geste zeigt, dass Schmallenberg schon früh ein aktives Nachtleben hatte – zumindest für die Mönche des Klosters!
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