Gut Wenne
Ein historisches Anwesen mit langer Adelsgeschichte
Haus Wenne, auch Gut Wenne genannt, ist ein altes Rittergut mit einer Geschichte, die bis ins Jahr 1296 zurückreicht. Ursprünglich Stammsitz der Herren von der Wenne, wechselte es im Laufe der Jahrhunderte mehrfach den Besitzer, bevor es 1678 in den Besitz der Familie von Weichs überging. Seitdem befindet sich das Gut im Eigentum dieser Adelsfamilie, die bis heute dort lebt und arbeitet. Das Gut liegt idyllisch in der Nähe von Eslohe und wird von der Familie von Weichs land- und forstwirtschaftlich genutzt.
Die Wurzeln von Haus Wenne reichen weit in die Vergangenheit zurück. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1296. Das Gut blieb lange im Besitz der Herren von der Wenne, bevor es 1391 durch die Heirat von Heinrich von Kobbenrode mit der Wenner Erbtochter Bela in die Hände der Familie von Kobbenrode gelangte. Ein weiterer Besitzerwechsel folgte 1413, als die Vögte von Elspe ihre Anteile am Haus an Rutger Rump und dessen Frau Stine verkauften. Ab diesem Zeitpunkt prägte die Familie von Rump zur Wenne die Geschichte des Gutes. Nach dem Tod des letzten männlichen Erben, Franz Wilhelm von Rump, fiel das Anwesen 1678 durch Erbfolge an Ignatz von Weichs, dessen Nachkommen das Gut bis heute bewirtschaften.
Während des Zweiten Weltkrieges und in den Jahren danach wurde Haus Wenne zur Notunterkunft für Zwangsarbeiter und Flüchtlinge. Ab 1944 wurden osteuropäische Zwangsarbeiter sowie später Vertriebene aus Ostpreußen und Schlesien auf dem Anwesen untergebracht. Nach Kriegsende lebten zeitweise bis zu 260 Menschen auf dem Gut, was zu großer Enge und schwierigen Lebensbedingungen führte.
Das zweigeschossige Herrenhaus mit Walmdach, turmartigem Anbau im Nordosten und fast quadratischem mittelalterlichem Wohnturm im Inneren wurde im Jahr 1659 an der Westseite ausgebaut. Ursprünglich war das Anwesen von einem Wassergraben umgeben, der jedoch heute nicht mehr existiert. Zu den historischen Gebäuden auf dem Gelände gehören auch das langgestreckte Nebengebäude sowie das Torhaus im Blendfachwerkstil mit Mansarddach. Weitere Bauten, wie eine Schmiede und eine Schlosskapelle, die 1772 umgebaut wurde, zeugen von der einstigen Bedeutung des Gutes.
Haus Wenne wurde über Jahrhunderte von der Familie von Weichs zur Wenne bewohnt und bewirtschaftet. Die Familie ist bekannt für ihre tiefen Wurzeln in der Region und ihre Verbindung zum bayerischen Uradel. Heute lebt hier die 11. Generation der Familie unter der Leitung von Markus Freiherr von Weichs. Die Familie betreibt auf dem Anwesen einen landwirtschaftlichen Betrieb sowie Ferienwohnungen, um den Erhalt des historischen Gutes zu sichern. Die Gebäude sind von großer historischer Bedeutung und stehen unter Denkmalschutz.
Vertelleken
Aus dem Nähkästchen geplaudert...
Ein ungewöhnliches Element des Wappens der Familie von Weichs ist der Affe, der auf einem Kissen sitzt und in einen Spiegel schaut. Dieses seltene Wappentier war im Mittelalter oft negativ konnotiert, doch in diesem Fall symbolisiert es Intelligenz und Selbsterkenntnis. Es wird vermutet, dass ein Vorfahre der Familie den Affen während eines Kreuzzugs entdeckte und ihn als Wappentier wählte, möglicherweise inspiriert von seiner Symbolik als „Spiegel des Menschen“. Der Affe mit dem Spiegel könnte auch auf die Bedeutung von Gelehrsamkeit hinweisen, die die Familie im Laufe der Jahrhunderte kultivierte.
Ihr Standort:
Hier stehen die Fußnoten und Autorenhinweise...



