Station 10

Krieg & FriedenEinquartierung, Ruhrkessel-Invasion & Städtepartnerschaften

Informationspunkt:
- Wimereuxstraße

Immer wieder Kriege
Als Festungsstadt gegründet, sah sich Schmallenberg im Laufe seiner Geschichte trotz – oder vielleicht auch gerade wegen - seiner gebirgigen Lag immer wieder Angriffen und Kämpfen ausgesetzt.
Im 14. Jahrhundert beteiligte sich die Stadt an zahlreichen Landfriedensbündnissen und schloss Abkommen mit den umliegenden Städten Hallenberg, Medebach und Winterberg zum gegenseitigen Schutz (1300, 1370, 1451). Die vier Städte schlossen sich auch den großen westfälischen Landfriedensbündnissen an. Zur Zeit der Soester Fehde um 1444 wurden die umliegenden Dörfer immer wieder geplündert: Die Einwohner suchten Schutz hinter den Mauern der Stadt; etliche Dörfer gingen in dieser Zeit wüst.
Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) blieb Schmallenberg vor größeren Zerstörungen bewahrt, da sich Kaspar von Dorlar genannt Decker, der als schwedischer Kriegskommissar tätig war, für Schmallenberg einsetzte: Seine Familie ist seit 1349 in Schmallenberg bezeugt, stellte immer wieder Bürgermeister und besaß ein Haus im Südosten der Stadt (im Deckers Gässchen).
Ein Jahrhundert später, während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763), in dem der Kölner Bischof Frankreich gegen Hessen und Preußen unterstützte, hatte die Stadt dagegen unter häufigen Einquartierungen von französischen, hessischen und preußischen Soldaten sowie drückenden Steuern zu leiden. Auch die Koalitionskriege im Zuge der französischen Revolution beeinflussten ab 1794 das Leben in Schmallenberg; die Stadt musste in den folgenden Jahren durchziehenden Truppen immer wieder Nahrung, Kleidung und Unterkunft zur Verfügung stellen. Im Mai 1795 kamen 300 österreichische Soldaten in die Stadt. Im Herbst 1797 und im Somer 1798 quartierten sich französische Infanterie und Kavallerie ein. In den Jahren 1813 und 14 zogen russische, preußische und sächsische Truppen durch Schmallenberg und mussten untergebracht und verpflegt werden.
Wiederum herrschte für mehr als 100 Jahre Ruhe. Die beiden Weltkriege forderten auch zahlreiche Opfer unter den Schmallenbergern und vor allem während des Zweiten Weltkriegs wurden in der örtlichen Industrie und Landwirtschaft viele Zwangsarbeiter eingesetzt. Alle, bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 im Schmallenberger Alltagsleben gut integrierten jüdischen Mitbewohner verschwanden aus der Stadt, die Mehrheit wurde deportiert und in den Konzentrationslagern ermordet, einzelnen gelang die Auswanderung. Vom unmittelbaren Kriegsgeschehen sowohl des ersten, wie des Zweiten Weltkriegs war Schmallenberg aber bis zum April 1945 kaum betroffen. Erst in den allerletzten Tagen des Zweiten Weltkriegs kam es zu schweren Kampfhandlungen in Schmallenberg, weil die Umgebung Schmallenbergs verschiedenen Truppenabteilungen als letzter Rückzugsort diente. Am 7. April 1945 wurde Schmallenberg während der Ruhrkessel-Invasion der Alliierten, nach den Ortschaften Gleidorf und Grafschaft, von der amerikanischen 7th Armored Division mit Luftunterstützung angegriffen und am selben Tag besetzt. 72 deutsche Soldaten und 11 Zivilisten fielen, 350 Soldaten wurden gefangen genommen, 37 Häuser brannten ab und 151 wurden beschädigt. Der Angriff auf Schmallenberg wurde auf einem 32-Millimeter-Film festgehalten.
Im Sommer 1945 kam der Flüchtlingsstrom der Heimatvertriebenen aus dem Osten auch nach Schmallenberg und bedeutete angesichts der Wohnungsnot, des Lebensmittelmangels und der während des Kriegs aus zerbombten Städten Evakuierten, mehreren Hundert Personen, eine große Belastung für die heimische Bevölkerung.

Pflege des Friedens durch Städtepartnerschaften
In den letzten Jahrzehnten wurde der Friedensgedanke durch die Städtepartnerschaften Schmallenbergs mit Wimereux (ab 1972) und Burgess Hill (seit 1988) gepflegt und befestigt. Es finden regelmäßig gegenseitige Besuche und Schüleraustausche statt.

Hitlerjugend in Schmallenberg zum 1. Mai ca. 1936.

Propagandamarsch des Jungvolks in Schmallenberg, 20.08.1933.

Feier in dekoriertem Saal in Schmallenberg etwa 1936.

Amerikanische Panzer stoßen aus Sorpetal Richtung Holthausen vor.

Vormarsch amerikanischer Infanterie von Niedersorpe nach Holthausen.

Schmallenberg am 7. April 1945.

Amerikanische Panzer in Fredeburg.

08. April 1945: Amerikanischer Soldat mit deutschen Kriegsgefangenen.

Hungernde Städter kehren vollbepackt nach einer Hamsterfahrt ins Sauerland heim, um 1945.