Schwarze Fabrik in Oberkirchen
Die "Schwarze Fabrik" zwischen Oberkirchen und Inderlenne verdankt ihren Namen dem Produkt, das in ihren Räumen verarbeitet wird, nämlich Holzkohle. Buchenholzkohle ist es, die hier seit 1876 zu Pulver, Gries oder Grillkohle verarbeitet wird. Kohlepulver wird in der chemischen Industrie und Kohlegries zur Stahlerzeugung benötigt.
Gewaltige Mahlwerke, die noch aus dem vorigen Jahrhundert stammen, zerkleinern die angelieferte Kohle. Sie fällt anschließend durch verschieden große Siebe und wird nach Körnungen getrennt. Anschließend wird das Erzeugnis in große Papiersäcke zum Versand verpackt und gelagert. Und zwar als Holzkohle- brocken oder gepresste Kohleeier. Letztere erhält man durch einen Trick: Dem Kohlepulver wird beim Pressen Kartoffelstärke zugesetzt, die das Pulver zusammenklebt. Ein Spezialprodukt ist das Holzkohlebrikett, das lange von der damaligen Reichsbahn eingesetzt wurde. Wie gefragt die Produkte waren, beweist die Mitarbeiterzahl in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts: Über 100.


